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Der Einstieg in ein veganes Leben #4: Hater

Es ist unfassbar, dass im Jahre 2016 immer noch darüber diskutiert werden muss, ob Veganer Recht oder Unrecht haben. Es ist so verdammt mühselig und traurig zu sehen, dass man ständig auf Dummheit und Arroganz trifft. Das muss ich auch mal ganz klar so formulieren, denn es ist eine Sache, ob man jemanden fragt, warum er vegan lebt oder ob man jemanden mit plumpen und unüberlegten “Argumenten” attackiert.

Wie schon gesagt, ich werde diese Linie auch fortführen, ich äußere mich nicht zu “aktuellen” Diskussionen innerhalb YouTube oder anderen sozialen Medien. Vielleicht würde mir das die ein oder anderen Klicks bringen, aber das ist einfach nicht meine Art, mit Themen umzugehen. Mich nervt es nur so unfassbar, dass manche Leute das Thema “Veganismus” nehmen, um Grundsatzdiskussionen zu entfachen, die mit stupiden Argumentationsgrundlagen geführt werden. Aber nicht nur aus der “Omni”-Fraktion, auch die lieben “Kollegen” aus der Phyto-Abteilung lassen manchmal Dinger los, bei denen ich mich frage, was aus der Menschheit geworden ist.

Eine vegane Ernährung oder ein veganer Lebensstil hat nichts damit zu tun, dass man Dinge kategorisiert oder prinzipiell als “gut” und “schlecht” bewertet, vielmehr ist es das kritische Denken und die unendlichen Möglichkeiten, die sich damit bieten. Etwas Positives damit zu machen und vielleicht nicht nur sein eigenes Leben damit positiv zu bereichern, ist die Maxime. Ein Schubladendenken ist völlig fehl am Platz und bietet – auf beiden Seiten – genügend Zunder, um einen Streit zu entfachen.

Vor allem wenn es um das Essen geht, wird aus einem Menschen ein Raubtier. Es fängt doch schon im Supermarkt an, ihr kennt bestimmt alle diese “Gratis” Proben, egal was … Fleisch, Joghurt, Käse etc. – die Leute prügeln sich förmlich darum. Warum sollte es in einer Diskussion, die sachlich geführt werden soll (meeeh), anders sein? Und genau das kommt auch zum Vorschein, wenn man sich selbst mit dem Label “Veganer” stigmatisiert.

Menschen sind ja per se tolerant und so modern, haben viele Haustiere, spenden hier und da mal einen Euro und kaufen neuerdings Bio-Lebensmittel, die sie in ihren Jute-Taschen nach Hause tragen. Doch dann hört die Toleranz oftmals auf, zieht man Vergleiche, warum ein Hund anders zu behandeln wäre als eine Kuh, sieht man wütende Gesichter und erregte Gemüter. Wie kann man es wagen, das so “sichere” Konzept westeuropäischen Denkens in Frage zu stellen? Schließlich haben wir es doch immer schon so gemacht und daran kann ja nichts falsch sein, die Werbung erzählt uns tagtäglich genau das, was wir sagen … oder wie war das nochmal?

Es geht schon lange nicht mehr um den Veganismus oder eine andere Einstellung zu einer Ernährungsweise, mittlerweile haben wir diese Ebene verlassen und begeben uns auf das Terrain der Existenzangst. Manchmal glaube ich, dass viele Leute ihr Leben in Gefahr sehen, wenn sich etwas ändern soll. “Alles bleibt so, wie es ist …” ist oftmals die Devise, obwohl ein Lottogewinn, der zu 99.9999% immer positiv aufgefasst wird, auch eine Veränderung ist. Menschen interpretieren Ereignisse oder Situationen sofort als gut oder schlecht, bewerten und handeln danach. Die Angst, sichere Gewohnheiten aufzugeben, ist omnipräsent in unserer Gesellschaft verankert.

Der Schlüssel ist Wissen, Bildung ist nicht nur in grundlegenden Situationen entscheidend, sondern verleiht auch Freiheit und Macht. Die Fähigkeit, eine Sache von zwei Seiten zu sehen und nicht immer alles auf sich selbst zu beziehen, ist goldwert. Oftmals – und hier möchte ich den Kreis schließen, danke Metaebene – sind diese Personen noch nicht mal in der Lage, ein Argument fehlerfrei zu äußern. Und ich spreche hier nicht nur von inhaltlichen Angelegenheiten, oftmals ist die Artikulationsfähigkeit, sowie die Wortwahl der Hinterhofmülltonne entsprungen, wie auch der Gedanke an sich. Once again: Ich spreche hier bewusst beide Parteien an.

Ich bin mir immer noch unschlüssig, ob ich darüber lachen oder weinen sollte. Eigentlich ist es mir egal, weil ich mir auch bewusst bin, dass man Menschen nicht ändern (und ganz nebenbei auch nicht sollte), sondern immer nur mit bestem Beispiel voran gehen kann. Auf der anderen Seite birgt diese Ignoranz und auch Intoleranz Gefahren, ich denke, wir müssen nicht wirklich explizit darauf hinweisen, was damit möglich ist.

Warum kann man nicht von einander lernen und sich ergänzen, anstelle sich abzugrenzen?

Beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit Musik, Kultur und allerhand Nerdkram.

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