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Eine kontroverse Entscheidung und ihre Folgen

Eigentlich wollte ich auf meinem Blog nie wirklich extreme Meinungen repräsentieren. Allerdings lassen neuste Ereignisse genau dies geschehen. Ich suchte heute Morgen nach einem Thema, das ich euch heute gerne näherbringen wollte, da bekam ich eine Push-Nachricht vom Focus, die mitteilte, dass das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen heute darüber entschied, “dass das Töten männlicher Eintagsküken aus Legehennenrassen in Brütereien nicht gegen das Tierschutzgesetz verstößt.”  (Aktenzeichen: 20 A 488/15 (VG Minden 2 K 80/14) Kreis Paderborn,
20 A 530/15 (VG Minden 2 K 83/14) Kreis Güterslo)

Es ist wirklich ein schwieriges Thema, das man nicht so schnell und vor allem nicht so einfach diskutieren kann. Auf der anderen Seite ist wohl jedem klar, dass – losgelöst von jeglichen rechtlichen Blickwinkeln – die Tatsache an sich völlig absurd ist. Der Gesetzgeber erscheint hier in der öffentlichen Wirkung als widersprüchlich, Tierschutz ist übrigens als Staatsziel in der Verfassung zu finden, Artikel 20a Grundgesetz. Wer hier ein wenig genauer nachlesen möchte, kann dies hier gerne tun.

Für mich persönlich ist es super schwierig, darüber neutral zu schreiben, denn ich teile diese Ansicht definitiv nicht. Ziel des Artikels soll jedoch sein, ein wenig über den Tellerrand hinauszuschauen. Es gibt genügend andere Medien, die diese Nachricht weitaus polemischer verpacken. Mein Blog beschäftigt sich mit den Themen Gesundheit, Fitness und Ernährung, meiner Meinung nach passt dieses Thema wunderbar. Ich denke, jeder sollte sich mit dieser Meldung selbst die Frage stellen, in wie weit individuelle Entscheidungen Einfluss auf dieses Urteil nehmen könnten. Bist Du dazu bereit dein Konsumverhalten vielleicht zu ändern? Ich denke, es ist hier entscheidend, dass wir nicht uns die Frage stellen, inwiefern das gerecht ist oder richtig, sondern uns auf einem anderen Wege dieser Problematik nähern.

In jeder sachlich geführten Diskussion können diese wirklich grundsätzlichen Argumente alle zerschlagen werden. Der Gesetzgeber hat so entschieden, also wäre es ein Kampf gegen Windmühlen, sich die Frage zu stellen, ob dies richtig ist. Ein anderer Ansatz wäre doch viel sinnvoller: Unterstützt man bestimmte Fast-Food-Ketten oder Discounter mit Billigfleisch nicht mehr, verschiebt sich die Nachfrage in eine andere Richtung. Wenn niemand mehr ein bestimmtes Produkt haben möchte, kann es noch so hochwertig, noch so innovativ oder noch so wunderbar für die Menschheit sein – wirtschaftlich gesehen ist es nutzlos. Dies würde auch den verschiedenen Lobbyisten Probleme bereiten und dann wäre eine Gesetzesänderung wahrscheinlich nicht mehr so unerreichbar, wie es vielleicht momentan noch den Anschein hat.

Ich möchte hier ein wenig sensibilisieren. Klar ist dieser Ansatz ein wunderbar theoretisches Modell, in der Realität sieht es leider meist anders aus. Viele Menschen sehen zwar ein, dass das Schreddern der Küken unfassbar schlimm ist, wollen aber trotzdem nicht auf ihre Nuggets verzichten. Spätestens jetzt greifen wir in die Moralvorstellungen eines Individuums ein, die Medien berichten meist einseitig und reißerisch darüber. Einerseits ist dies gut, weil somit auch Aufmerksamkeit geschaffen wird. Auf der anderen Seite ist es extrem widerlich, weil eben kein Bewusstsein geschaffen wird. Der Unterschied liegt in der Rezeption der Öffentlichkeit, jeder sieht es – aber nur wenige verstehen es. Viele Menschen regen sich darüber auf und diskutieren am Abend beim Stammtisch darüber, wie so etwas sein kann, sind aber nicht bereit eigene Gewohnheiten einzutauschen.

Wer sich jetzt eigentlich fragt, warum die Küken überhaupt geschreddert werden, kann sich hier gerne darüber informieren.

Ich bekomme häufig mit, dass plakative Behauptungen in den Raum geworfen werden, wenn es um Tierschutz geht. Das beste Beispiel mal vorneweg: Frutarier wären in ihrer Ernährungsweise und im Umgang mit anderen Menschen “so extrem” (mir ist durchaus bewusst, dass es auch militante Frutarier gibt, die vielleicht den ein oder anderen Diskussionsabend unsäglich schrecklich gestalten können, ich möchte aber mit diesem Beispiel auf etwas anderes hinaus …) – aber hinsichtlich dieses Urteils, was ist hier denn wirklich extrem?

 

Beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit Musik, Kultur und allerhand Nerdkram.

2 Comments

  • Teresa Bre

    Mai 21, 2016 at 2:42 pm

    Das hat mich wirklich so aufgeregt, als ich davon gelesen habe… “wirtschaftlich nicht tragbar” als nennenswerter Grund dafür Küken wie nicht lebendigen Abfall zu behandeln.
    Aber es ist teilweise auch einfach so schwer Menschen zu überzeugen und das Problem ist, ich verstehe sie auch. Ich war ja mal genauso. Ich konnte nicht verstehen, dass eine Freundin damals vegan wurde, weil das Essen von anderen Lebewesen halt irgendwie Teil der Nahrungskette ist. Im Nachhinein finde ich meine damaligen Gedanken absurd aber ich weiß noch, dass ich mich umso mehr andere mich versucht haben davon zu überzeugen, dagegen gewehrt habe. Ich bin einfach irgendwann selbst drauf gekommen. Ich glaube jeder braucht da einfach so einen Punkt, in dem sich ein Schalter umlegt. Aber den muss man irgendwie selbst finden leider.
    Jetzt, wo sich mein Schalter umgelegt hat, finde ich es umso schwieriger zu verstehen, wie Menschen, die mir predigen, dass sie ja nur Eier und Milch von kleinen privaten Bauern nehmen und dass das jeder so machen sollte weil es den Tieren ja da viel besser geht, tonnenweise Süßkrams mit Milch, Eiern, Eiernudeln etc. vom Discounter reinstopfen. Ich denke mir immer, das muss man doch verstehen, da irgendwie ein Denkfehler ist. Aber aus irgend einem Grund scheinen die da eine “Schutzbarriere” aufgebaut zu haben, die es nicht zulässt, da die Verbindung zu ziehen. Und ich denke das geht leider viel zu vielen Menschen so, wenn man nur rausfinden könnte, wie man so einen Schalter umlegt….

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    • getHyped!

      Mai 21, 2016 at 9:27 pm

      Ja, sehe ich auch so – total aus dem Kontext gerissen und heftig. Danke dir für den Comment 🙂 Leider sehe ich das auch so … “Muss man doch verstehen ..” – Ich denke da auch, dass viele einfach auf ihren eignen Vorteil bedacht sind .. “Schmeckt gut – ist gut” …

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