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Marathontraining – Die ultimative Herausforderung

Das Marathontraining ist für mich eine ganz besondere persönliche Herausforderung. Nicht nur, dass es super spannend ist, vor allem ist die mentale Herausforderung eine komplett neue Nummer für mich. 

Im Laufe der letzten Tage und Wochen kamen meine persönlichen Dämonen zum Vorschein, die ich lange zu unterdrücken versuchte. Sportliche, aber auch allgemeine, leistungsbezogene, private, selbstgerechte oder sozialkritische Gedanken kann man im Angesicht einer großen Hürde nicht aufrechterhalten. Für mich persönlich ist es einer der emotionalsten und auch wichtigsten Dinge in meinem Leben, nicht, weil ich mich darüber definieren würde, sondern vielmehr geht es darum etwas zu überwinden, was einen das ganze Leben lang zurückgehalten hat.

Heute Morgen postete ich einen kleinen Text auf meinen Instagram-Profil und ich finde, er passt hier sehr gut dazu:

Die letzten Tage waren super stürmisch, emotional aufreibend und sehr positiv, vieles gelernt, einiges abgelegt und ein bisschen was übersehen. Ich sehe es als Gesamtprozess, hier geht es nicht nur um Sport oder eine gesunde Lebensweise, sondern um eine Entwicklung, die kontinuierlich nach vorne geht. Das Schlimmste daran ist eigentlich, dass man ständig erkennt, wie wenig man in diesem Prozess vorankommt und gleichermaßen jeden Tag Millionen Fortschritte macht. Lustiges Paradoxon, aber ich sehe es so: Irgendwo kommt man an einen Punkt, an dem man seine eigene Biographie hinterfragen sollte und sich eingestehen muss, dass man nicht so toll ist, wie man denkt. Manchmal lebt man als “Legende im eigenen Kopf”, Ideal- oder Selbstbilder, die mit der Zeit sich selbst bestärken. Da ist es super hilfreich, wenn man objektiv die Situation betrachtet – nur weil man irgendwann mal was geleistet oder erreicht hat, sollte man sich darauf nie ausruhen. Das ständige in der Vergangenheit oder Zukunft leben, schürt nur konstante Selbstzweifel und Unzufriedenheit oder eben im anderen Extrem heftige Passivität. Kann ich jetzt einen Marathon laufen? Öhhhh …. nope! Ich bin gerade froh, wenn ich mal 10 km zügig walken kann. Werde ich nächstes Jahr den Marathon laufen? Sicher, da führt kein Weg dran vorbei. Bin ich deswegen unzufrieden, dass ich nicht auf dem Level bin? Quatsch, genau hier liegt der Fokus, den Prozess lieben lernen und im Hier und Jetzt leben. Ich bin froh, dass ich heute morgen aufgewacht bin (will gar nicht wissen, wie viele Menschen jeden Morgen einfach nicht aufwachen). Ich bin super froh darüber, dass ich mir mein Frühstück aus dem gekühlten Schrank in unserer Wohnung holen konnte und dass meine Liebste nicht 800 km weit weg ist, sondern direkt bei mir. Manchmal hilft Perspektive aus den tiefsten Schlaglöchern.

Euer Andi

Beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit Musik, Kultur und allerhand Nerdkram.

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