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Was wurde eigentlich aus … dem Team von Arreat.de?

Fast vier Jahre lang gab es das deutschsprachige Diablo 3 Projekt “Arreat.de“, ein Fanzine, das rasch zum Szeneliebling heranwuchs. Als wir uns vor ein paar Monaten dazu entschlossen das Projekt auf Eis zu legen, trafen wir mehr oder weniger eine revolutionäre Entscheidung. Dann zu gehen, als die Maschinen auf Hochtouren liefen und die Reichweite konstant stieg, war einerseits mutig und gleichzeitig total hirnrissig. Ich möchte Dir heute einen kleinen Einblick via Triple A Backstage-Pass in unsere Gedankenwelt geben, was uns dazu bewegte, den Vorhang zuzuziehen und die Bühne zu verlassen – doch eins nach dem anderen …

Man könnte den Artikel auch einen “Nachruf in drei Akten” nennen, es ist nicht ganz einfach das zu erklären, was wir selbst nicht so richtig fassen konnten. Da ich persönlich davon betroffen bin, kann ich Dir lediglich meine Sichtweise der Dinge schildern, über die Entstehung bis hin zur Entscheidung des Splits und einen Zukunftsausblick. Viele Leser und Hörer standen mit heruntergelassenen Hosen auf dem Marktpatz um 12 Uhr mittags, wenn wir das mal metaphorisch umschreiben dürfen. Die Verwunderung war ziemlich groß, als die Bekanntgabe erschien. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern wie Franzi und ich in unserem Stamm-Restaurant saßen und parallel zum Release ein paar Runden Hochprozentiges orderten. Ach, ganz nebenbei, solltest Du hiermit nichts anfangen können: Macht nichts, lehn’ Dich einfach zurück und genieße die Geschichte.

Alles nahm seinen Lauf im Jahr 2012, Flo war gerade dabei in Foren für einen keinen Barbaren-Blog Werbung zu machen. Für die Leser, die nicht in der Materie beheimatet sind: Der Barbar ist eine Klasse in dem besagten Computerspiel, kein persönliches Identifikationsmerkmal.
Es waren nur ein oder zwei Zeilen beschreibender Text, wirklich kein literarisches Meisterwerk, doch irgendetwas hat mich gefesselt. Ich schrieb ihm daraufhin direkt eine Nachricht, dass ich bei dem Blog mitwirken wollte, ohne jegliches Ziel ins Auge gefasst zu haben. Kurz daraufhin bekam ich den Hinweis, dass ich auch sehr gerne bei dem dazugehörigen Podcast mitmachen könnte, die Nadel steckte ziemlich schnell.

Fast Forward – Vier Jahre später hatten wir so ziemlich alles erreicht, was man sich nur vorstellen kann:  Podcasts, Live-Shows, einen eigenen Messestand, ein großes Partnernetzwerk, einen direkten und sehr guten, freundschaftlichen Draht zu Blizzard selbst, eine stetig wachsende Fanbase, Supporter, die uns wirklich in sehr vielen Situationen ausgeholfen haben und wahre Freundschaften, die sich aus dem Projekt entwickelten.

Warum sollte man nun die Handbremse ziehen und bei 180 Sachen auf der Überholspur aus dem Auto springen? Man muss verstehen, dass mittlerweile das Tagesgeschäft zur Routine wurde, nicht zuletzt durch die Tatsache, dass wir alle viel mehr zu sagen hatten, als es die Situation mit dem Spiel hergab. Fast keine relevanten oder tiefgreifenden Updates, kein neuer Content, nichts Weltbewegendes. Und trotzdem immer noch das Feuer, das in uns brannte und heiß darauf war, weiter entfacht zu werden. Ich denke, ich kann mit Recht behaupten, dass wir alle tierisch Bock darauf hatten, mehr aus dem Projekt zu machen. Gleichzeitig holte uns der nüchterne Alltag ein, konventionelle Verpflichtungen traten immer mehr ins Rampenlicht. Innerhalb dieser Zeitspanne setzt man seine Prioritäten gezwungenermaßen ein bisschen anders, als das vielleicht vor vier Jahren der Fall war. Und das ist auch gut so, ich denke, Stillstand ist keineswegs eine Lösung, eher der sichere und langsame Tod. Im Endeffekt war es ganz klar die Zeit, die uns fehlte. Viele berufliche Veränderungen kamen hinzu, was sehr begrüßenswert war.

So schwer es uns auch gefallen sein mag, die Bärenbande aufzulösen, im Endeffekt war es die richtige Entscheidung. Ein paar Wochen später verließ der damalige Game-Director das Unternehmen, die Aktualität des Spiels nahm stetig ab und gerade vor ein paar Wochen gab es auch keine wirklich relevanten Neuigkeiten auf der hauseigenen Messe, der Blizzcon.

Ganz egal, wie viel etwas an Bedeutung hat, man muss auch loslassen können. Abseits von den quälenden Gedanken und Gefühlen, Fans im Stich gelassen zu haben, war es etwas Befreiendes, das bitter nötig war.

Was ist also aus uns geworden, was machen wir und wohin geht die Reise? Eigentlich war ich gerade dabei, Dir personenbezogen zu berichten, was die einzelnen Redakteure mittlerweile machen, aber ich denke, das ist gar nicht nötig. Aus Respekt gegenüber der persönlichen Privatsphäre möchte ich niemanden gläsern machen, so viel sei aber gesagt: Uns allen geht es sehr gut und wir stehen in Kontakt miteinander. Ihr merkt es ja selbst, die Leute, die etwas machen möchten und einen Weg suchen, sich zu äußern, finden diesen auch. Ich finden immer noch den selben Nerdkram geil, den wir früher gut gefunden hatten, vielleicht mit ein paar Neuzugängen.

Mir war es wichtig einen kleinen Einblick bieten zu können, wenn man sich alles vor Augen hält, war es eine wilde Fahrt. Nicht nur der Prozess des Loslassens, sondern auch das initiale Zusammenfinden war eine Erfahrung. Wenn man etwas daraus mitnehmen kann, dann ist es die Tatsache, jeden Moment schätzen zu lernen und ihn aktiv zu genießen. Jede Erinnerung verblasst im Licht der Gegenwart, wenn man sie nur richtig nutzt.

Euer Andi

Beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit Musik, Kultur und allerhand Nerdkram.

6 Comments

  • JackTower

    November 23, 2016 at 8:57 pm

    HiHo. Es war eine schöne und vor allem lustige Zeit. Ich fand eure Podcasts immer sehr unterhaltsam. Für mich war es tatsächlich ein Schock als ich die Bekanntgabe gelesen habe.
    Aber ich verstehe warum ihr aufgehört habt. Das Leben geht weiter.

    PS: Und jetzt muss ich erstmal schauen was das hier überhaupt für eine Webseite ist.

    Viel Erfolg weiterhin und grüß mal den Rest der Rasselbande 😉

    Antworten
  • Someone

    November 24, 2016 at 11:26 am

    Also am Ende von Arreat war das besagte Computerspiel auch bei der Fanbase nur zweitrangig. Viele mochten es einfach euren Talk zu verfolgen. Am besten fande ich immer die Abschweife im Podcast, die nichts mit dem besagten Computerspiel zu tun hatten. Sei es die Vollständigkeit der Amiibo KOllektion oder hin zu den Klassikern, die man als Kind gerne spielte.

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